Wir befinden uns in der Nach-Corona-Zeit. In Bezug auf das Virus ist vieles wieder im Normalmodus. Auch der Tourismus. Dafür wird der Weltfrieden von Putin und der Fortbestand der Menschheit von ihr selber bedroht. Die Wetterphänomene sind 2023 weiter außer Kontrolle geraten. Verheerende Waldbrände in den Mittelmeerregionen und in Kanada, Überschwemmungen nach Wirbelstürmen in den USA und in Asien.
Darf man da eigentlich überhaupt noch verreisen?
Ich weiß es nicht. Und ich will es mir auch nicht verbieten lassen. Ich fürchte nur, dass ich mich damit bei jenen einreihe, die in ihrem egoistischen Denken den Bau von Windrädern und Solarkraftwerken oder ein Tempolimit auf Autobahnen verhindern.
Ich tröste mich damit, dass der Egoismus qua definitionem zumindest teilweise ethisch legitimiert werden kann, wenn der eigene Vorteil gleichzeitig auch der Vorteil anderer ist. Die griechischen Gastgeber profitieren schließlich von der Erholungsbedürftigkeit der Touristen.
Zugegeben, das beruhigt nur wenig. Möge der Urlaub trotzdem für genügend Abstand zur erdrückenden Wirklichkeit sorgen.
Dienstag, 19. September 2023
Morgens um fünf ab Köln-Bonn. Oha!
Aber alles klappt reibungslos. Wartezeiten am Drop-Off-Schalter und an Sicherheitskontrolle: Null. Start: pünktlich, Landung: 15 Minuten vor der Zeit. Koffer ruckzuck auf dem Band und den Mietwagen nahtlos von Nikos übernommen.
Einziger Wermutstropfen: der Flug wurde von Smartwings im Auftrag von Eurowings durchgeführt. Tschechischer Billigflieger mit tschechischer Crew ohne jegliche Deutschkenntnisse. Auch das Englisch meist völlig unverständlich. Wenn Juri (Pilot) und Boris (Co-Pilot) eine Notwasserung angekündigt hätten, wäre das vermutlich an uns allen vorbei gegangen. Ohnehin wäre es fraglich gewesen, ob wir uns im Ernstfall aus den viel zu eng positionieren Sitzen hätten herauszwängen können.
Dafür war es ausgesprochen still an Bord. Alle dösten lethargisch der Landung entgegen. Auch wir schliefen durch bis zum Schluss. Es wird der Tag kommen, an dem wir von den zusteigenden Passagieren geweckt werden.
Bordservice gab‘s übrigens auch keinen. Eurowings tut sich mit solchen Subunternehmungen wahrlich keinen Gefallen.
Da unser Appartement erst nachmittags beziehbar sein würde, beginnen wir mit dem touristischen Programm schon jetzt, kurz nach der Landung. Es geht in den Süden. Zunächst zur Olivenöl-Manufaktur der Gebrüder Mavroudis.
Auf dem Weg dorthin registrieren wir zum ersten Mal auch die so genannte „Kaiser’s Bridge“.
Des „Kaisers Brücke“ ist ein wenig beachtetes architektonisches Meisterwerk. Sie liegt unterhalb des Achilleons (dem „Sisi“-Schloss). Schöpfer des filigran wirkenden Bauwerks war Kaiser Wilhelm II., in dessen Besitz das Achilleon nach der österreichischen Kaiserin Sissy überging. Wilhelm wollte einen direkten Zugang zum Meer und gleichzeitig Schutz vor neugierigen Blicken.
https://greece.terrabook.com/corfu/page/kaisers-bridge/
Die Kaiserbrücke wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut, ist aber in einem sehr guten Zustand erhalten, obwohl ihr Bogen in zwei Teile geteilt wurde, um die moderne Küstenstraße hindurchzuführen.
In der Öl-Mühle erfahren wir viel über das Geschäft mit Korfus einzigem „Bodenschatz“. Inklusive Öl-Verkostung auf nüchternen Magen. Hat was.

Mit einigen Litern im Kofferraum geht’s die Serpentinen hoch ins Dörfchen Chlomos. Wunderschön, aber kaum noch Bewohner. Herrliche Aussichten an jeder Ecke. Auf der einen Seite die Meerenge zum Festland, auf der anderen die offene See. Davor der malerische Korrison-See, an dem heute -wie man uns berichtet- wieder Flamingos zu beobachten sind.
Parken muss man oben vor dem Ort, weil die Straßen nur steile Gässchen sind. Ein erster Frappé in der Taverne unten am Ortsausgang. Bei 30 Grad den steilen Weg zurück zum Auto. Uff.

Auffällig hier im Süden die vielen ungeleerten Müllcontainer. Später erfahren wir, dass es versäumt wurde, den Vertag mit einem Entsorger zu verlängern.
Danach geht‘s nach Kanoni. Hoch über der Einflugschneise landende Flugzeuge gucken und Club-Sandwich genießen. Derart gestärkt fahren wir die Hafenkante entlang, vorbei an vier Kreuzfahrt-Giganten zum Lidl. Blöd nur, dass man vom Parkplatz nicht in Richtung Nord-West-Küste abbiegen kann. Der dichte Verkehr treibt uns immer weiter zurück zum Stadtzentrum. Es dauert ewig bis wir wieder auf Kurs sind.
Herzlicher Empfang am Haus durch Maria. Koffer auspacken. Föhn suchen. Kurzes Nickerchen halten. Ab zu Dimitris.
Rituale sind wichtig. Gerade im fortgeschrittenen Alter.
Mittwoch, 20. September 2023
Man kommt schon am frühen Morgen ganz schön ins Schwitzen. Brot und Tomaten bei Spiros geholt, Füße ins Meer gehalten und dann bei 27 Grad den steilen Berg hoch zum Haus. Mit dem Auto ist das in diesem Jahr eine besondere Herausforderung. Gleich an drei Stellen kratzen Unterboden und/oder Frontschürze am Straßenbelag. Da heißt es dann für die Beifahrerin vorsichtshalber aussteigen.

Gut geschlafen haben wir und nach einem entspannten Frühstück mit einem Cornflakes-Honig-Joghurt-Mix geht’s runter zum Strand. Noch viel los hier. Die komplette Mietbootflotte ist unterwegs. Der Fährverkehr zur Timoni-Bucht brummt. Zwei Liegen mit Schirm kosten acht Euro; in Reihe eins sind es zehn.
Während der weibliche Teil unserer zweiköpfigen Reisegruppe die Mittelmeertauglichkeit ihrer Fitnessuhr testet (am Ende stehen acht Kilometer „im freien Gewässer“ zu Buche), behält der männliche das Strandgeschehen im Auge (wenn diese mal geöffnet sind). Zum Abschluss zwei warme Waffeln mit Eis und ein Willkommens-Hallo von der Wirtin in der Strandtaverne. Manche haben das Wiedererkennen halt drauf – ich gehöre nicht dazu.

Die im vergangenen Jahr so zahlreichen SUPs (Standuppaddler) vermissen wir ebenso wie den dreibeinigen Hund.
Abends zum Essen in die Taverna Monamour. Neu ist, dass einer der Söhne jetzt das Zepter schwingt, Papa aber immer noch kontrolliert und kassiert. Und dass es draußen wie drinnen mehr Tische gibt. Der Autor wählt ebenso wie gestern wieder mal Lammkeule, woraufhin ihm vorgeworfen wird „lammweilig“ zu sein.
„Ergänzend“ gibt es Saganaki, Griechischen Salat, Tarama, Tsatsiki, Pitabrot und Obst zum Abschluss -nach einem Ouzo. Es ist im Vergleich zur Hektik vergangener Jahre sehr entspannt heute. Und an das Lamm kann „Brouklis“, sorry, nicht im entferntesten tippen.
Am Ende eines wunderschönen Tages trübt nur noch die offene Frage nach dem Verbleib des dreibeinigen Hundes unsere Urlaubsglückseligkeit.

(Viele Reisende beschäftigt wohl heute ein anderes Thema: ab Mitternacht ist ein 24stündiger Generalstreik angekündigt, an dem sich auch die Fluglotsen hier beteiligen wollen. Heißt auf Korfus Flughafen: nichts kommt, nichts geht mehr.)
Donnerstag, 21. September 2023
Die Nacht war schwülwarm. Mücken sind übrigens kaum unterwegs. Dafür zirpt fast ununterbrochen eine Zickade direkt vor unserem Balkon. Und der Hund am Nachbarhaus schlägt schon an, wenn unten im Meer ein Hering pupst. Nach dem Frühstück zieht es sich zu. Alles grau in grau, ein paar Regentropfen. Auf vier Wetterapps findet man fünf verschiedene Prognosen. Wir suchen uns die angenehmste aus. Ab 13:00 Uhr soll die Sonne wieder scheinen.
Für viele Flugreisende scheint schon jetzt die Sonne. Obwohl oder gerade weil sie die Insel verlassen. Der Fluglotsenstreik ist abgesagt. Weil illegal. Mmh. Ah ja.

Ab 12:30 Uhr verziehen sich die Wolken tatsächlich. Es wird noch ein schöner Strandtag. Mit Schwimmen im Meer (in Prinzessinnen-Badeschuhen), Frappé und Cappuccino. Auch heute wieder viel los. Auf dem Heimweg gibt es ein Willkommens-Hallo mit Spiros vom Supermarkt.
Am Abend geht es zu Fuß zum „Nafsika“. Anders als der dreibeinige Hund erfreut sich „Oppa“ bester Gesundheit. Nachdem die Mitreisende schon schlimmstes befürchtet hatte. Warum auch immer. Griechischer Salat (Klasse!), ein Teller Oliven, Tsatsiki (super!), Hähnchen-Souflaki (lecker!), Schweine-Souflaki (furztrocken 😟), Wasser, Bier, zwei Ouzo (hochprozentiger) aufs Haus und eine ordentliche Portion Schrulligkeit des griechischen Wirtes. Authentischer geht kaum.
Um zehn Uhr abends sind’s noch 25 Grad. Wir schleppen uns -vorbei an der stinkenden Kloake des „St. George‘s Palace“- hoch zum Haus. Ein weiterer schöner Urlaubstag endet in Schweißausbrüchen.
Freitag, 22. September 2023
Die letzte Nacht war unruhig. Urplötzlich frischte der Wind auf und heulte um’s Haus. Aber von schlechtem Wetter keine Spur. Also ab zum Strand. Dort erstmal vom Obsthändler bequatschen und uns Trauben, Nektarinen und Pflaumen für 10 Euro andrehen lassen. Der Vitaminbedarf für heute ist gedeckt. Schmeckt aber auch verteufelt gut.
Rappelvoll on the beach. Wir kriegen die vorletzte freie Liegenkombi und bewegen uns in der Hitze fortan nicht mehr. Das überlassen wir dem Meer, das heute frei von Mietbooten ist.
Es beginnt die Zeit des Wartens. Warten auf die Thaifrau, die (gefühlt) Stunden an irgendwelchen Engländerinnen rum- aber keine Anstalten macht, sich in unsere Richtung zu bewegen. Erst als der weibliche Teil unserer Reisegruppe die Badeschuhe bereits untergeschnallt und sich auf den Weg zum Wasser gemacht hat, bietet sich die Gelegenheit, die junge Asiatin abzufangen um sich durchkneten zu lassen. Bei Tripadvisor wäre danach eine 5-Sterne-Rezession fällig, so begeistert ist die durchgewalkte Frau.
Zu den Lieblingssätzen des weiblichen Teils unserer kleinen Reisegruppe gehören „Stand das letztes Jahr auch schon hier?“ oder „Das ist aber neu, oder?“. Auch die Fensterfront von Spiros Supermarkt kommt ihr frisch eingebaut vor. Woraufhin Spiros locker kontert, die wäre jetzt schon 5 Jahre drin, wohl aber frisch geputzt.
nach einem langen Tag am Strand geht es abends zur „Night Owl“ in Afionas. Es sind noch lauschige 27 Grad und das griechische Tavernenfeeling ist unersetzlich. Als Vorspeise gibt es „Onassis Meze“ und Skordalia (Kartoffelpüree mit sehr viel Knoblauch, Olivenöl und Zitronensaft; gewöhnungsbedürftig), anschließend frische Brasse und Scampi und zum Dessert Cheesecake und ein Brownie mit Vanilleeis. Auch der Absacker ist lecker.


Zuhause mit der am Donnerstag nachkommenden Tochter telefoniert. Morgen geht’s zu Borussia (gegen Leipzig) und zum Oktoberfest nach Born.
Samstag, 23. September 2023
Angela mit den Kindern ist da. Großes Hallo. Einladung zum Barbecue. Wir haben aber schon bei Dimitris reserviert. Sie erzählt von der Renovierung des Daches, dass man das Haus jetzt baulich streng halbiert habe inklusive das Appartement ganz unten, das um ein Schlafzimmer erweitert wurde. Der Kleine besucht nun den Kindergarten, der Große die Schule. Sie hat einen Job in der öffentlichen Verwaltung und Panos im Hotel. Und wenn es Lücken in der Kinderbetreuung gibt, springt Maria ein.
Angela erzählt auch von massiven Problemen mit der Wasserversorgung im Hochsommer.
Dimitris wird uns abends erklären, dass es nur zwei Zustände gibt. „Normal“. Dann fließe das Nass aus allen Ritzen. Und „Knapp“. Dann gebe es Beschränkungen und Rationierungen. Ein Konzept zur Bevorratung gebe es nicht.


Es ist heiß heute und die Luftfeuchtigkeit hoch; das Meer immer noch aufgewühlt. Der Strand ist gut frequentiert. Gäste und Liegen werden übrigens von einem jungen Albaner betreut, der aus seinem Urlaub kurzerhand einen Ferienjob machte. Schwimmen ist wegen der Wellen eher schwierig. Die Frage an der Strandtaverna, ob das Schwimmen im Hotelpool möglich sei, beantworten die lustigen Griechinnen mit „Wenn man schwimmen kann, darf man auch im Pool schwimmen.“ Das lässt sich unsere Schwimmnudel nicht zweimal sagen.
Zuhause verliert Gladbach gegen Leipzig 0:1 und das Töchterchen macht mit ihren Freundinnen das Oktoberfestzelt unsicher. In Arillas gibt’s Meze, Sardinen, Huhn in Zitronensoße und einen mit sich und der Welt absolut zufriedenen Dimitris. „Was für eine Saison!“

Sonntag, 24. September 2023
Unbemerkt von Teilen unserer kleinen Reisegruppe gab es am frühen Morgen Gewitter und heftigen Regen. Es ist ein wenig abgekühlt und ziemlich bewölkt. Nachdem wir mit dem Oberkrüchtener Weg auf Malle gefacetimed haben, machen wir uns auf nach Peroulades. Übrigens versucht der Automatik gewöhnte Fahrer immer noch, in unserem Mietwagen mit Schaltgetriebe über den Scheibenwischerhebel die Fahrstufen zu wählen.


In Peroulades windet es heftig. Die Plattform aus Glas, die über die Klippen führt, ist gesperrt. Wir treten den Rückzug an und fahren trotz schwarzer Wolkenfront am Pantokrator gen Ag Stefanos im Nordosten. Hinter Acharavi bleibt uns kurz der Atem weg. Sprachlosigkeit erfasst uns. Wir fahren mitten durch die Randzonen des Brandgebiets vom Juli. Hier haben die Flammen die Küstenstraße übersprungen und sich stellenweise bis ans Meer runter durchgefressen. Die Szenerie erinnert an ein Endzeitepos. Ringsherum verbrannte Gehölze und ein penetranter Brandgeruch.

Es tröpfelt nur noch ein wenig als wir in Ag Stefanos ankommen. Parken ist jetzt kurz vor’m Ort kostenpflichtig und bewacht. 5 Euro pauschal. Die Bucht ist fein herausgeputzt und als wir uns im „Eukalyptus“, einem griechischen Restaurant der gehobenen Klasse, zu einer Zwischenmahlzeit niederlassen, bricht sich die Sonne Bahn.

Der männliche Teil der kleinen Reisegruppe genießt „Bourdeto“, ein typisch korfiotisches Fischgericht. Das venezianische Wort „brodetto“ bedeutet „Brühe“. Fisch wird mit Zwiebeln, roter süßer und scharfer Paprika gekocht. Der beste Fisch für Bourdeto, so erklärt uns der Kellner, sei der Skorpionfisch. Der habe aber so viele Gräten, dass man ihn Touristen nicht anbieten könne. Egal, welcher Fisch es war: das Gericht war ein „Träumchen“.



Zurück fahren wir durch die mega engen Serpentinen des Dörfchens Magoulades mit seiner überproportionierten Basilika.

“Zuhause“ trinken wir mit Maria, Panos und Angela einen griechischen Kaffee. Dazu gibt es süß eingelegte Früchte. Es gibt viel zu erzählen. Insbesondere von Kindern und Enkelkindern. Unter anderem erfahren wir, dass Maria bald 76 wird und ihr die Arbeit doch langsam schwerfällt.
Nach der ganzen Fahrerei gehen wir heute zu Fuß zum Essen und wählen „auf Risiko“ die etwas unscheinbare, einem Strandpavillon ähnelnde Taverne „Mythos“ direkt am Strand. Wow! Das Essen war vom Feinsten. Frischer Fisch, üppige Portionen. Leider haben wir viel zu viel bestellt. Da waren wir nicht zum letzten Mal.

Über Albanien Zucken schon wieder Blitze.
Montag, 25. September 2023
Die Kinder bleiben hier bei Oma. Beide sind gut erkältet. Panos fährt mit dem Motorrad zur Arbeit nach Paleokastritsa, Angela mit dem Auto nach Korfu. Das gestrige Essen lag dem weiblichen Teil unserer kleinen Reisegruppe wohl noch schwer im Magen. Eine schlaflose Nacht war die Folge.
Es ist ein wenig bewölkt, das Meer hat sich wieder beruhigt, aber für den späten Nachmittag sind Gewitter angesagt. Der Herr der Liegen fragt, wie lange wir denn noch bleiben. „Was? Noch eine Woche? Ihr in Deutschland habt einfach zu viel Urlaub!“
Das Wetter bleibt sonnig, wolkenlos und stabil. Und wir bis nach 18 Uhr am Strand.
Von Gewitter keine Spur

Überraschend steht dann heute doch die Reinigung des Appartements an. Aber das ist ja kein Problem. Wir sind ab heute dann allein im Haus. Alle anderen sind abgereist.
Zum Essen fahren wir in die Monamour-Taverne. Gut gefüllt heute, weil Panathinaikos gegen AEK spielt und sich die Männer des Dorfes sich zum Rudelgucken treffen. Zur hitzigen Atmosphäre trägt nicht unwesentlich auch die Instabilität des Internets bei, über die Sport1 wohl empfangen wird. Immer wieder gibt es Aussetzer. Ein wenig leidet auch der Service. Das Essen -Schweinerollbraten vom Grill- ist aber wieder mal klasse. Und Panathinaikos -offenbar der Favorit der Dorfgemeinschaft- gewinnt 2:1.

Am Endes des Tages verhindert dann ein längeres Telefonat mit der noch daheim weilenden Tochter die erste Rommé-Runde dieses Urlaubs.
Dienstag, 26. September 2023
Unruhige Nacht. Ein Tiefdruckwirbel wirbelt um uns rum. Warm bleibt es trotzdem. Leichter Regen wechselt mit ausgiebigen Sonnenphasen. Strandwetter sieht anders aus. Also fahren wir am frühen Nachmittag zu unserem Lieblingscafé Melisito. Bei bestem Wetter, Kaffee und Kuchen planen wir den Rest des Tages. Heißt: wohin geht’s abends zum Essen? Erste Wahl: Fisherman‘s Cabin. Alternativ: Katoi (da waren wir noch nie zum Essen).
Auf der Heimfahrt halten wir am Supermarkt (dem mit der größten Auswahl hier) an. Der weibliche Teil unserer kleinen Reisegruppe bekommt neue Badefüßchen, Kühlschrankmagnete und Pringles, der männliche Knabbersticks.
Aaaaaber: es kündigt sich Regen an. Und dann 45 Minuten durch Olivenhaine zum grummelnden Fisherman um eventuell beim Essen von einem Schauer überrascht zu werden? Wir wählen die Alternative.

Das „Katoi“ ist wirklich nett und gemütlich. Das Essen lecker. Aber es fühlt sich irgendwie nicht wirklich griechisch an. Die Vorspeisen Pitabread, Bruscetta (4 Scheiben !) und Tsatsiki wirklich gut; aber dann kommt (ich schawöre) innerhalb von Sekunden der Hauptgang mit Beilagen; Moussaka und Souflaki. Nach frischer Zubereitung klingt das nicht.
Erfrischend und unterhaltsam war es dagegen, dem ersten Zusammentreffen einer Selbsterfahrungsgruppe am Nachbartisch zuzuhören. Zehn Frauen und ein Mann, die sich, ihren Namen und seine Bedeutung vorstellen sollten. Morgen früh auf der Dachterrasse des „Flora“ geht’s mit Yoga weiter. Ich überlege kurz, hinzugehen.

Neuerdings liegen in allen Lokalen die Teller umgedreht auf dem Tisch. Wer denkt sich denn sowas aus? Ist ein Deutscher ins Restaurantischgestaltungsministerium berufen worden? Vorschrift Nr. 304711: „Die nicht ordnungsgemäße Ausrichtung der Teller auf einem Restauranttisch hat ein Ordnungsgeld von 20 Euro und zwei Punkte in der Restaurantsünderkartei Thessaloniki zur Folge.“
Und wie klappt es eigentlich mit der Mülltrennung? Bestens…

… wäre da nicht der klitzekleine Umstand, dass Maria vor der Fahrt zur Sammelstelle alles in einem Sack zusammenschüttet.
Mittwoch, 27. September 2023

Im Haus sind jetzt wieder alle Wohnungen belegt. 2 Familien sind sogar ohne Auto hier.
Nach dem gestrigen eher kühlen Tag, ist heute wieder Strand angesagt. Die Teilnahme am Yoga-Kurs entfällt leider, weil kein Bedarf an Brot besteht und damit auch keine Notwendigeit den Berg zum Supermarkt hinabzusteigen.
Die Hoffnung auf eine weitere Massage verfliegt ebenfalls rasch. Der gute Ruf der Thai-Frau eilt ihr offenbar voraus und sie hat im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun. Wir trösten uns mit Cappucino (double) und Frappé.
Nach dem Duschen machen wir uns auf den Weg zu „Fisherman‘s Cabin“. Laut App 2,4 km und zu Fuß quer durch die Olivenhaine 35 Minuten entfernt.

Auf der Hälfte des Weges steht dann das folgende Schild. Man achte auf den Hinweis in der Mitte.

Wer sich schon bis hierhin gequält hat, aber kein Bargeld im Portemonnaie, der dürfte ein wenig geknickt sein. Am Ziel dann diese Info:

Schweißgebadet und ziemlich erschöpft -schließlich hat es noch 27 Grad- sitzen wir dann auf wackligen Holzstühlen an klapprigen Tischen unter uralten Olivenbäumen und starren seufzend übers Meer auf die letzten Reste der am Horizont untergehenden Sonne.
Besser geht’s grad einfach nicht !




Eine Speisekarte am Tisch gibt‘s nicht. Stattdessen eine große Tafel mit den tagesaktuellen Gerichten aus fangfrischen Zutaten. Fotografieren der Tafel übrigens strengstens verboten. Die Wahl fällt auf Riesengarnelen vom Grill und einem ganzen Oktopus, der vier Stunden in einem Weinsud geschmort wurde. Sieht aus wie ein Schokohase und zergeht auch wie dieser auf der Zunge.

Kostas, der bisweilen etwas mürrische Wirt schmeißt den Service ganz alleine. Er freut sich über jedes Lob und lädt uns zum Schluss auf einen cremigen Limoncello ein.
Und als alle schweißgetränkten Klamotten wieder trocken sind, machen wir uns auf den Heimweg über den finsteren Pfad in der Olivenhainwildnis, nur spärlich beleuchtet vom allmählich aufgehenden Mond (und der Handytaschenlampe).
Sollten im Essen irgendwelche Kalorien verborgen gewesen sein, haben wir sie bis zu unserem Eintreffen an der Wohnung verbrannt. 22 Uhr und immer noch 23 Grad.
Morgen stößt die Tochter zu unserer kleinen Reisegruppe hinzu.
Donnerstag, 28. September 2023
Heute wird die Tochter dazu stoßen. Eventuell treffen wir uns auch mit Angela. Die Fahrt zum Flughafen dauert länger als erwartet. Eine gute Stunde sind wir unterwegs. Die Straßen sind voll, der Flieger (Corendon Airlines ab Düsseldorf) pünktlich. Wir treffen uns vor der Ankunftshalle. Alles passt.
Dann zu Lidl am Flughafen. Das Treffen mit Angela ist „durch“. Sie ist auf Arbeit und kann sich nicht abseilen. Zudem hätten wir wohl ein Problem gehabt, einen Parkplatz zu finden. Die Straßen sind proppenvoll. Wie überhaupt die ganze Insel. Offenbar ist die Sucht nach Ablenkung und Erholung in diesen Nach-Corona- und Putin-Zeiten wieder voll ausgebrochen. Von Afionas wird berichtet, dass der Ort überquillt von Besuchern, Autos zum Parken gestapelt werden müssen und sich unentwegt Menschenmassen den Pfad runter zur Zwillingsbucht quälen.
Im Melisto-Café vertilgen wir ein paar Sandwiches und nehmen Kuchen für zuhause mit. Dieser Kuchen ist allerdings mit Eis gefüllt, was wir erst später feststellen, als alles schon miteinander verschmolzen ist.
Kurz ins Haus, dann runter zum Strand. Heute wird die Thai-Frau wegen nachzuholendem Schlaf verpasst.
Abends zu Dimitris. Mega lecker heute. Liegt vielleicht an den vielen Gästen, die alle fast gleichzeitig essen. Entsprechend frisch schmeckt alles. Meze für zwei, Sardinen, eine Bauernwurst und Pastitsio. Der Wein wird umgetauscht. Es wurde trocken statt lieblich serviert.
Und in der Heimat? Kalle, der Bürgermeister war im Fernsehen (wegen der Flüchtlingsunterbringung). Merz, der Oppositionsführer kritisiert, dass abgelehnte Asylbewerber eher Zahnersatz bekommen als Deutsche eine Zahnarzttermin. Der Schulleiter von Hogwarts, Albus Dumbledore bzw. dessen Darsteller Michael Gambon, ist gestorben. Schalke hat wieder mal einen Trainer entlassen. Die Cleophässer vom Oberkrüchtener Weg sind seit gestern von Malle zurück und die aus Waldniel reisen morgen mit dem Auto nach Barcelona und von dort mit dem Flieger nach Malle auf die AIDA.
Während wir die Kätzchen vorhin auf der Terrasse vom Brouklis noch total niedlich fanden, lassen wir sie zum krönenden Abschluss des Tages gleich reihenweise auf unserem Balkon explodieren.
Freitag, 29. September 2023
Die Nacht war unruhig. Kurz vor drei gab es einen gewaltigen Donnerschlag und anschließend ergiebige Regenfälle. In Mittelgriechenland ist nach der Flutkatastrophe vor einigen Wochen übrigens seit vorgestern auch wieder „Land unter“.
Im Haus sind nicht wieder alle Wohnungen belegt. Eine ist noch frei. Neben uns wohnen autofreie Sachsen, unter uns Briten.
Erstes Highlight des heutigen Tages: Der Autor crashed die Klobrille. Ok, sie war schon angeknackst, aber Crash ist Crash. Zum Glück gab‘s keine Verletzte.

Sämtliche Wetterapps liegen heute daneben. Es ist warm, aber bedeckt. Erst spät geht es zum Meer. Als dann die Sonne durchbricht genießen wir das an einem fast menschenleeren Strand. Inklusive Cappuccino und Frappé. Nach herzlicher Begrüßung der Tochter im Strandrestaurant, versteht sich.

Das zweite Highlight am späten Nachmittag: Max Eberl wird von RB Leipzig als Manager gefeuert.
Essen in der „Night Owl“ in Afionas. Hummus, Tsatsiki, Tarama und zweimal King Prawns super, des Autors Beef Steak (medium) dagegen ein Reinfall. Furztrocken das Stück. Und auch der Cheesecake schmeckte heute irgendwie anders als zuletzt. Entweder hatte die Küche oder unsere Geschmacksnerven nicht den besten Tag.

Auf dem Heimweg noch im „neuen“ Supermarkt auf der Ecke Souvenirs, Wattepads, Pringles (in stark verkleinerter Verpackung), ein Mini-Glas Honig und Geld am ATM gekauft (3,95 € Gebühr). Anschließend noch ne Runde Katzen explodieren lassen.
In der Nacht kläfft der Köter vorm Nachbarhaus die ganze Bucht zusammen. Der wäre echt ein Fall für die Niederkrüchtener Facebook-Gruppe („Weiß jemand, wo man Giftköder bekommt?“)
Samstag, 30. September 2023

Wieder so ein Balkonfrühstück vor atemberaubender Kulisse. Die Waldnieler sind gut in Spanien angekommen. Am Strand ist wieder kaum was los. Das Alkyon scheint Saisonschluss zu haben. Die Liegenbetreuung hat auch gewechselt. Der Neue, offenbar auch aus Albanien, scheint höchstens 12 Jahre alt zu sein und wird ganz schön vom griechischen Stammpersonal herumgescheucht. In der (Billig-) Kühltasche taut ein Handtuch vor sich hin, das eigentlich für ein Sprunggelenk gedacht war und im Rucksack langweilt sich die Digitalkamera, die auf Korfu noch nie so selten im Einsatz war wie 2023. Gefühlt haben wir eh schon alles mindestens drei mal fotografiert.
Überhaupt ist so manches anders in diesem Jahr. Angela hat uns für morgen zum Essen eingeladen. Heißt: weitere Stammlokale müssen auf unseren Besuch verzichten. Kein Porto Timoni in Afionas, kein Olympia in Agios Stefanos.
Und dann schlägt das Schicksal zu: Unser heutiges Ziel, die Taverna „Monamour“ hat zu! Hä? Was‘n das? An einem Samstag!? Wir erst Richtung „Olympia“; entscheiden uns dann aber um und für „The Old School“ in Aspiotades, direkt an der Hauptstraße nach Korfu. Da sind wir zwar schon hundertmal dran vorbei gefahren, waren aber noch nie drin. Absolut authentische Gastronomie. Touri-freie Zone. Gut gefüllt, jeder scheint jeden zu kennen und so richtig voll wird es erst, kurz bevor wir gehen. Mega leckeres Essen. Tsatsiki vom Feinsten. Lammbraten für den Autor, Pita-Chicken (open, nicht gerollt) für die Tochter und Feta, von Sesam ummantelt im Honigteich für die Frau, dazu noch griechischen Salat. Mit Getränken für 43,00 €. Und dazu die Atmosphäre. Im Schatten der Dorfkirche, quasi auf dem Schulhof. Der 12jährige Liegenbetreuer ist mit seinen Kumpels auch hier. Und der Wirt sieht aus wie der ältere Bruder von Max Eberl.

Am Ende des Tages fordert Eurowings noch zum Online-Check-In auf. Es gelingt tatsächlich, zwei Sitze mit größerer Beinfreiheit zu ergattern. Für 1,00 € pro Sitz. Läuft!
Und ein weiteres Highlight: Gladbach erzielt in Bochum den ersten Dreier. 3:1.
Das „Exit“-Rätsel für Fortgeschrittene können wir leider heute nicht mehr lösen. Wer Sheriff Cole entführt hat, wird sich wohl erst morgen klären lassen.
Sonntag, 1. Oktober 2023
“Kalo Mina“, so wünscht man sich hier zum Beginn eines jeden Monats.
Mit fortschreitendem Urlaub und wachsender Erholung wird tatsächlich auch die Berichterstattung unvollständiger und unpräziser. Da habe ich doch gestern tatsächlich vergessen zu erwähnen, dass die Thai-Frau doch noch einmal ihr Talent an einem von der Berufstätigkeit strapazierten deutschen Körper ausleben konnte.
Unerwähnt bleiben soll auch nicht die Bewegungsanalyse der nachgereisten Tochter in Bezug auf die Schwimmtechnik des anderen weiblichen Teils unserer kleinen Reisegruppe. Deren Beinschlag in Kombination mit der sitzenden Position führt nämlich dazu, dass eine Fortbewegung nach oben ausgelöst wird und nicht nach vorne wie allgemein üblich. Durch die leicht angeschrägte Körperhaltung gelingt es trotzdem, eine Vorwärtsbewegung zu erzeugen.
Gestern Abend sind auch Angela, Panos und die Kinder zusammen mit Maria am Haus angekommen. Angela und Panos waren zwei Tage mit dem Motorrad in Parga. Einfach mal Abstand gewinnen. Heute Morgen nun kommt heraus, dass sie uns nicht zu einem der sonst üblichen Dinner einladen, anlässlich derer Maria immer vorzüglich gekocht hat, sondern in eine Taverne mit authentischem Ambiente und ursprünglicher griechischer Küche oben in Aspiotades.
Genau! In dieselbe Taverne, wo wir gestern zum ersten Mal und restlos begeistert waren.
Angela zeigt uns das umgebaute, um ein Schlafzimmer erweiterte Appartement im Erdgeschoss.
Es ist weiterhin sommerlich warm. Der Himmel wolkenfrei und azurblau. Das Meer warm, türkis und kristallklar. Ein paar mehr Liegen als gestern sind belegt. Dabei gab es bspw. am Flughafen Düsseldorf gestern zum Ferienbeginn mit 80.000 Passagieren ein Jahreshoch. Wer weiß, wohin die alle geflogen sind.

Etwas lustlos geht Panos daran, die Klobrille zu ersetzen. Leider bzw. angeblich passt sie nicht. Wir hatten drauf gewettet, dass das in diesem Urlaub nix mehr wird.
Dann geht’s zur Taverna „The old school“. Dimitris, Patenonkel und Trauzeuge ist auch mit von der Partie. Schließlich ist es heute der 7. Jahrestag von Panos und Angela.
Die Griechen am Tisch wählen (nach Rückfrage) aus und bestellen. Der Tisch biegt sich unter der Last der Speisen. Immer wenn der Wirt rauskommt, bete ich, dass er nicht noch mehr bringt. Salat, Tsatsiki, Brot, Souflaki, Saganaki, Lammkoteletts, …
Und Maria zeigt dem Autor, wie man‘s am besten isst. Eine Prise Salz hier, etwas Zitronensaft dort und sie übernimmt das gleich selbst. Außerdem, so hat schon der verstorbene Thiofolos immer gesagt, schmeckt es am besten, wenn man mit den Fingern isst. „Gute Lammkoteletts muss man wie Frauen behandeln; immer nur die Hände benutzen“, und lacht sich dabei kringelig.
Die beiden Jungs sind inzwischen hundemüde, als wir uns gegen zehn „bis zum nächsten Jahr“ verabschieden. Maria fährt mit nach Korfu-Stadt. Sie hat morgen einen Termin beim Kardiologen. Dimitris und Panos düsen mit ihren Motorrädern los, machen aber erst noch einen Abstecher zum Haus.
Max Eberls älterer Bruder hat übrigens nicht verraten, dass wir gestern schon mal da waren.
Ein paar zerfetzte Katzen sind das letzte Highlight des vorletzten Tages.
Montag, 2. Oktober 2023
Letzter Tag auf Korfu. Wir sortieren schon mal ein paar Sachen fürs Kofferpacken. Das übliche Fazit: Viel zu viel mitgenommen! Vor allem Damenoberbekleidung. Teilweise nehmen wir die in der Verkaufsverpackung wieder mit und könnten die in Deutschland gleich wieder zu Geld machen. Die Umtauschfrist ist ja noch nicht vorbei.
Die Sprache am Strand ist von Polnisch auf Deutsch gewechselt. Wirklich besser macht‘s das nicht. Nur, dass man jetzt versteht, wenn sich um Liegengebühren gestritten, übers Autofahren, die Unterkunft und das Essen diskutiert oder das Kind gemaßregelt wird. Auch das „innere Kind“, das achtsam morden will.

Die Strand-Chefin druckst auf die Frage nach dem Verlauf der Saison ähnlich herum wie jeder gute deutsche Landwirt: eigentlich gut, aber das Wetter, die gestiegenen Kosten, …. aber man sei fast schon wieder auf Vor-COVID-Niveau.
Mit dem Ausdruck des größten Bedauerns müssen wir heute das Ableben der guten alten Postkarte zur Kenntnis nehmen. In den einschlägigen Souvenirläden gibt es nur noch vereinzelt Restposten, die allesamt vergilbt sind und aus den siebziger Jahren stammen dürften. Im Zeitalter der Messengerdienste und sich rapide verbereitenden Rechtschreibschwäche ist es nicht mehr opportun, Fotokartons mit handgeschriebenen Grüßen zu beschriften und in gelbe Kästen am Straßenrand zu stecken. Wobei vermutlich hier auf Korfu alle Karten, die wir 2022 dort eingeworfen haben, immer noch drin sind, weil keine einzige in Deutschland angekommen ist.

Die schönste Zeit am Strand ist die Stunde zwischen 17 und 18 Uhr. Es herrscht eine eigentümliche Ruhe. Das Licht der tief stehenden Sonne bricht sich in Millionen kleiner Wellen, die auf den Strand zurollen, sodass man kaum hinsehen kann, so sehr blendet es.
Nach Strand, Strandbar und Kofferpacken wird der Wagen voll getankt. In Arillas ein kurzer Abstecher runter zum Meer und dann zu Brouklis.

Bei Dimitris gibt’s Meze für Zwei, eine extra Portion Sardinen, eine extra Portion Zucchini-Bällchen und Lammbraten für den Autor. Als Abschluss noch Cheesecake for two. Heute lädt übrigens die nachgereiste Tochter ein.
Von Dimitris werden wir wie immer herzlich verabschiedet mit den Worten, die wir auch von unserer griechischen Familie, den Bootsleuten, dem Supermarktbesitzer, der Strandbar-Maria und dem Autoverleiher hören: „Bis nächstes Jahr!“ Eine andere Option gibt es gar nicht.
(Und, ganz ehrlich: der Autor hat bereits in den Flugangeboten für 2024 gestöbert.)
Dienstag, 3. Oktober 2023
Es geht nach Hause. Abflug 09:15 Uhr. 06:30 ab Unterkunft. Unterwegs verletzen wir einen griechischen Busfahrer in seiner Ehre als wir es wagen, ihn im Anstieg zum Troumpeta-Pass zu überholen. In halsbrecherischer Manier hängt er sich an uns dran und überholt uns schließlich trotz Geschwindigkeitsbegrenzung und doppelt durchgezogener Linie.
Am Flughafen übergeben wir den Wagen um 07:30 Uhr an Giannis. Fast schon ein wenig spät. Die Pantasialand-Absperrungen reichen nicht, um die Check-in-Schlange komplett aufzunehmen. Von den vorangekündigten Schaltern 4 bis 7 sind allerdings zunächst auch nur 6 bis 7 besetzt.
Und wie so oft hier am Airport lässt sich bei der Abfertigung kein Fortschritt erkennen. Mal werden Ausweise gesucht, mal war der Online-Check-In nicht möglich, mal standen Menschen in der falschen Schlange.
Unsere erste Reisetasche wiegt 23,7 kg; 23,0 sind erlaubt. Es gibt aber keinen Ärger. Die zweite wiegt dann 19 kg.
Recht flott sind wir durch die Sicherheitskontrolle und um 8:25 Uhr am Gate. Drei Sandwiches später heben wir leicht verspätet um 09:25 Uhr bei herrlichstem Wetter Richtung Heimat ab.
Wir sitzen bequem am Notausgang. Das nachgebuchte Mehr an Beinfreiheit hat online tatsächlich nur 1,00 € pro Sitz gekostet. Warum auch immer.
Die nun mitreisende Tochter sitzt -im Billigtarif nur mit Kabinengepäck reisend- in Reihe 9.

Nach der Landung in Köln kommen wir schnell an unsere Koffer, müssen aber dann zur Kenntnis nehmen, dass am heutigen Feiertag sowohl die A4 als auch die A57 wegen Baustellen gesperrt sind und wir über Düsseldorf nach Hause fahren müssen. Irgendwann fängt es an zu schütten und beim Aussteigen gegen 12:30 Uhr ist es verdammt kühl.
Zu allem Überfluss war auch noch die Flasche Olivenöl mit Zitrusaroma undicht.
Auf ein neues in 2024